Schreiben im Web: Eine Theorie der Zahlen

By Friday, June 10, 2016

Ein Titel hat bestenfalls 3 bis 7 Worte. Ein Teaser umfasst maximal 250 Zeichen. Jeder Absatz braucht eine Überschrift und sollte nicht länger als 500 Zeichen sein. Wer einen guten online Text schreiben will muss also vor allem eins können: Zählen.

Schreibst du noch oder zählst du schon?

Die beschriebenen Zahlen, die wir von Ursula Kronberger und Lisa Moore in der Vorlesung zu Schreiben, Redigieren und Kuratieren im Web bekommen haben, sollen als Hilfe dienen. Für mich als weniger geübter Autor sind diese Regeln hilfreich und hinderlich zugleich. Die Regeln im Hinterkopf neige ich immer wieder dazu mit dem Schreiben aufzuhören und zu zählen. Dagegen soll ein Gedankensprint helfen: Einfach alle Gedanken zu einem Thema aufschreiben. Ohne Struktur, ohne Korrekturen und ohne Zählen, einfach Schreiben. Das ist gar nicht so einfach. Erst danach geht es an die eigentliche Arbeit und erst ganz am Ende wird gezählt. Dann können die Richtlinien dienen, um einen Artikel noch besser zu machen.

Also: Erst Schreiben, dann zählen!

Beim Schreiben ist es hilfreich, sich den Leser immer wieder vor zu stellen und in einfachen Worten und kurzen Sätzen das Anliegen zu erklären. Ich schreibe gerne. Zählen kann ich auch. Beides zusammen macht mich zu einem guten Autor. Na gut, etwas unterhaltsamer kann es schon sein. Bilder helfen Texte zum Leben zu bringen. Sie sorgen dafür, dass dein Artikel im Kopf bleibt.

Rechnen und Rechnen lassen

Und wenn wir dann fertig sind, geht es noch einmal richtig ans Zählen. Oder ans zählen lassen. Die Lesbarkeit eines Artikels lässt sich durch eine einfache Zahl beschreiben. Fünfundsechzig zum Beispiel. Das ist nach der Flesch-Formel der Index für diesen Text. Sie berücksichtigt die durchschnittliche Wortlänge in Silben und die durchschnittliche Satzlänge in Worten. Wer zu faul zum Zählen ist, nutzt ein online Tool und lässt einfach rechnen. Es geht aber auch einfach: Achte auf knackige Sätze und vermeide lange Wörter und dein Text ist automatisch einfacher zu lesen und zu verstehen.

Was zählt ist das Satzzeichen

Wer Satzzeichen nutzt um seinen Text zu strukturieren, macht ihn gleichzeitig besser lesbar. Ein Punkt um den Satz zu beenden, ein Ausrufezeichen um eine Aussage zu betonen und ein Doppelpunkt um Spannung zu erzeugen. Auch die ein oder andere Frage kann hilfreich sein. Hast du das gewusst?

Zahlt sich das aus?

Wenn du diese kleinen Tipps berücksichtigst, dann kannst du dir auch das Zählen sparen. Es kann durchaus hilfreich sein, sich zur Orientierung auch mal Zahlen als Richtlinien heran zu ziehen. Im Grundsatz ist es aber wichtig, dass der Text lebendig ist und das Lesen Spaß macht. Dann darf es auch mal ein Wort zu viel, oder ein Wort weniger sein.