Warum regelmäßige Usability Tests sinnvoll sind

By Tuesday, November 15, 2016

Man surft auf der eigenen Webseite, klickt sich ein wenig von Seite zu Seite und schon findet man den ersten Fehler. Ein Link funktioniert nicht, ein Bild lädt nicht, ein kleiner Tippfehler hat sich eingeschlichen. Wer kennt das nicht? Das Buch „Don’t make me think!: Web Usability: Das intuitive Web“ von Steve Krug zeigt einen tollen Ansatz für regelmäßige Usability Tests im Unternehmen.

Was bedeutet Usability?

Schauen wir auf die Bedeutung des Wortes, beschreibt Usability, zusammengesetzt aus den Worten to use (engl. benutzen) und the ability (engl. Fähigkeit), die Fähigkeit etwas zu benutzen. Dabei geht es weniger um die Fähigkeit einer Person etwas zu nutzen, sondern viel mehr um die Benutzbarkeit eines Produktes und damit eher die Fähigkeit benutzt zu werden. Und wie so oft, gibt es in Deutschland sogar eine DIN Norm für die Gebrauchstauglichkeit. Denn dies ist die deutsche Übersetzung für den Begriff Usability. In der Norm DIN EN ISO 9241 Teil 11 heißt es: „Die Gebrauchstauglichkeit beschreib das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.“ Steve Krug ergänzt die dort genannten Eigenschaften der Usability in seiner Definition darüber hinaus um die Begriffe erlernbar, einprägsam, begehrenswert und reizvoll.

Warum eine gute Usability so wichtig ist

Im Word Wide Web sind laut internetlivestats.com  über eine Billionen Webseiten online. Alleine in Deutschland sind es laut Media Click im Jahr 2014 über 14 Millionen .de Domains. Nutzer unserer Webseite haben also eine Menge Alternativen. Ist unsere Seite nicht effektiv, effizient und zufriedenstellend nutzbar, sind unsere Kunden schneller weg, als wir klicken können. Darüber hinaus haben sich im Internet sogenannte webweiten Konventionen etabliert. Sie definieren wo Dinge auf einer Webseite in der Regel positioniert sind, wie sie funktionieren und wie sie aussehen. Die folgenden Konventionen haben sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt:

  • Das Logo ist on der oberen linken Ecke platziert
  • Die Suche erwartet der Nutzer oben rechts
  • Die Navigation befindet sich oben quer oder längs an der linken Seite

Was ist ein Usability-Test?

Unter Usability Tests verstehe wir systematische Beobachtung von Probanden bei der Nutzung eines Angebotes, um Informationen für die Beurteilung der Gebrauchstauglichkeit zu sammeln. Dies funktioniert in etwas wie folgt: Wir überlegen uns eine Reihe von Aufgaben, die üblicherweise auf unserer Webseite von potentiellen oder etablierten Kunden erledigt werden. Eine Aufgabe für einen online Shop könnte zum Beispiel lauten: „Sie sind auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für Ihre Mutter. Suchen Sie ein passendes Geschenk und legen Sie dies in den Warenkorb.“ Der Proband versucht nun diese Aufgabe auf der Webseite zu erfüllen und wird dabei beobachtet. Zudem wird er ermuntert alle seine Gedankengänge laut auszusprechen und zu beschreiben, was er hinter den entsprechenden Buttons oder Navigationspunkten, die er nutzt erwartet. So bekommt der Testleiter einen guten Einblick in das Vorgehen des Probanden. Ziel ist es dabei Probleme aufzudecken, welche die Nutzung der Webseite erschweren.

Wie viele Usability Tests sind empfehlenswert?

Steve Krug empfiehlt jede Woche einen Test mit drei Probanden durchzuführen, der nicht länger als eine Stunde pro Proband dauert. Alleine diese drei Tests zeigen die größten Probleme mit einer Webseite auf. Werden diese behoben, ist eine deutliche Verbesserung der Usability zu erwarten. So kann die Webseite von Woche zu Woche verbessert werden. Auch die vorgenommenen Verbesserungen werden anschließend entsprechend einem Test unterzogen und somit bewertet und evtl. weiter optimiert. Wenn die Webseite nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehört, wie dies beispielsweise in einem online Shop der Fall ist, fehlen häufig die Ressourcen für ein derartiges Vorgehen. Dennoch sollte mindestens zwei Mal im Jahr ein entsprechender Test durchgeführt werden, um die schwerwiegendsten Probleme der Webseite aufzudecken und bereinigen zu können. Hierzu können auch entsprechende Test-Communities, wie die Testbirds genutzt werden.

Warum eine gute Usability auch für die Content-Strategie wichtig ist

Alleine die Tatsache, dass wir uns im Studium der Content-Strategie mit dem Thema Usability beschäftigen ist vermutlich kein ausreichend starker Zusammenhang. Das Anbieten von Inhalten im Internet hat viele Seiten. Vergleichen wir unsere Webseite einmal mit einem Supermarkt. Sicherlich ist für den Kunden in erster Hinsicht ausschlaggebend, welche Produkte er in diesem Supermarkt kaufen kann. Für Content-Strategen sind die Produkte mit Inhalten gleichzusetzen. Ihre Auswahl ist das Kerngeschäft und definiert die Webseite oder den Supermarkt. Wenn der Supermarkt allerdings an einem schwer zugänglichen Ort liegt, etwa nur über eine Treppe mit vielen Stufen zu erreichen ist, so werden die besten Produkte nur schleppend verkauft. Diese Zugänglichkeit der Produkte spielt auch für Inhalte auf einer Webseite eine Rolle. Sind die besten Inhalte nicht leicht zu finden, zu nutzen und zu teilen, kommen sie beim Besucher eventuell nicht richtig, oder gar nicht an. Eine gute Usability ist also die Grundlage für die gute Vermittlung von Inhalten im Rahmen einer Content-Strategie.