Was kommt zuerst das Content-Modell oder die Wireframes?

By Thursday, June 15, 2017

 

Im Rahmen des Studium Content-Strategie an der FH Joanneum in Graz haben wir am vergangenen Wochenende mit Deane Baker und Rahel Baillie diskutiert, ob zuerst das Content-Modell oder Wireframes angefertigt werden sollten. Das Thema möchte ich heute in meinem Blogartikel noch einmal aufgreifen.

Was ist ein Content-Modell?

Ein Content-Modell beschreibt die Struktur eines bestimmten Content-Typs. So besteht ein Artikel beispielsweise aus einer Überschrift, einem oder mehrere Autoren, einem Veröffentlichungsdatum und einem Text mit Bildern. Der Autor besteht wiederum aus einem Vor- und einem Nachnamen, evtl. einem Titel oder er wird nur als Kürzel dargestellt. Das Content-Modell beschreibt also zum einen die einzelnen Elemente, die in einem Content-Typ vorkommen, es beschreibt darüber hinaus aber auch die einzelnen Elemente ganz konkret. Besteht es aus einem Feld oder mehreren, wenn ja welchen? Welche Zeichen dürfen genutzt werden? Und so weiter…

Was sind Wireframes?

Wireframes beschreiben das Layout eines bestimmten Seitentyps einer Webseite ohne jegliche Design-Elemente. Sie dienen der Visualisierung einer Seite mit dem Zweck, dass vorerst die Struktur festgelegt wird, bevor entsprechende Design-Elemente gestaltet werden. Der große Vorteil von Wireframes liegt darin, dass Diskussionen über Designelemente vermieden werden können, da die Wireframes lediglich Strukturelemente darstellen und sich damit niemand an Farben, Formen oder Bildern stören kann und tatsächlich nur die Struktur abgestimmt werden kann.

Content-Modell oder Wireframes? Was kommt zuerst?

Betrachten wir beide Ansätze nach der ersten Erläuterung liegt die Antwort auf diese Frage nahezu auf der Hand. Bevor ich entscheiden kann, welche Elemente wo angeordnet werden, muss ich definieren, welche Elemente ich überhaupt benötige. Das spricht dafür zuerst einmal das Content-Modell zu definieren und den Elementen danach mit den Wireframes eine Struktur zu geben.

Da gibt es jedoch eine Ausnahme:

Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass sowohl das Content-Modell, als auch die Wirframes in der Regel in der Zusammenarbeit zwischen einer Agentur und der Fachabteilung eines Unternehmens entstehen, bietet das Starten mit den Wireframes einen entscheidenden Vorteil: Wireframes sind greifbarer. Auch wenn sie nicht mehr als Kästchen auf einem Blatt Papier sind, sind sie dennoch besser verständlich als eine Liste von Datenfeldern die in verschiedenen Beziehungen zueinander stehen und sehr technisch wirken. Wireframes bieten den Vorteil, dass man mit ihnen Datenfelder sichtbar machen kann. Sie helfen in der Abstimmung mit dem Kunden oder mit Fachabteilungen um anschaulich zu diskutieren welche Elemente auf der Seite enthalten sein müssen.

Vom Wireframe zum Content-Modell

Aufbauen auf die so abgestimmten Wireframes kann nun in die Tiefe gegangen werden und besprochen werden, wie sich die Daten in den aufgezeigten Kästchen verhalten, wie sie strukturiert sind und welche Beziehungen sie zu anderen Feldern oder Seiten haben. Darüber hinaus müssen solche Daten betrachtet werden, die nicht sichtbar sind, denn auch solche sind bei dem Management von Inhalten wichtig. Hierzu gehören Metadaten für die Suchmaschine, eine Verschlagwortung für eine facettierte Suche oder Hintergrundinformationen, die den Workflow im Content-Management-System steuern.

Welcher Weg ist nun der bessere?

Welchen Weg ihr wählt ist euch überlassen. Das hängt zu großen Teilen davon ab, wie gut diejenigen mit denen ihr das Content-Modell und die Wireframes erarbeiten müsst abstrakt denken können. Um die Content-Struktur zu veranschaulichen hilft es mit den Wireframes zu starten. Sprecht ihr mit Informatikern, die sich mit Datenstrukturen auskennen ist es vermutlich sinnvoller mit dem Content-Modell zu starten und erst einmal alle Details zu klären.